Paul Lässig zum 80. Todestag

Portal der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, an welcher Paul Lässig jahrzehntelang wirkte (Foto: mk).

Portal der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, an welcher Paul Lässig jahrzehntelang wirkte (Foto: mk).

Mit Paul Lässig ist im Jahr 2013 an einen weiteren Protagonisten der wichtigsten Periode der Entwicklung des Magdeburger Stadtgrüns zu erinnern, der hier in besonderem Maße die gartenkünstlerische Weiterqualifizierung prägte.

Am 15. Dezember 1870 in Dresden geboren lernte er den gärtnerischen Beruf im dortigen Großen Garten. Anschließend absolvierte er die Ausbildung zum Gartenkünstler an der königlich preußischen Gärtnerlehranstalt zu Potsdam-Wildpark. Nach ersten Arbeiten für die städtischen Gartenverwaltungen in Berlin und Dresden kam Lässig bald nach Magdeburg. Der hiesige neue Gartendirektor Gottlieb Schoch war zu dieser Zeit bestrebt, Absolventen mit bester Ausbildung für die damals in Magdeburg anstehenden Vorhaben zu gewinnen und band Lässig zuerst anscheinend als freien Mitarbeiter in Projekte der Gartenverwaltung ein. Daneben beteiligte sich Lässig deutschlandweit an Wettbewerben und wurde u.a. bei den Gartenbauausstellungen in Köln (1892) und Hannover (1893) ausgezeichnet. Sehr wahrscheinlich auf Vermittlung Schochs betraute ihn ab 1894 der Magdeburger Gartenbauverein mit der organisatorischen Vorbereitung und gestalterischen Leitung der Jubiläums-Gartenbau-Ausstellung 1895.

Diese Ausstellung war in großem Umfang durch Beteiligungen von Lehrern und Schülern der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule geprägt gewesen. Aus dieser Verbindung resultierte dann offenbar die Lebensstellung von Paul Lässig: ab dem Schuljahr 1895/96 unterrichtete er an dieser städtischen Fortbildungsschule gärtnerisches Fachzeichnen, in den folgenden Jahren wurde das Seminarangebot noch erweitert. Damit war auch die Gartenkunst in ein Bildungsinstitut aufgenommen, welches sein besonderes Profil aus der fachübergreifenden Zusammenarbeit hochqualifizierter Gestalter schöpfte. Dieses große Kreativitätspotential stellte die Grundlage dafür dar, dass die überregional anerkannte „Magdeburger Schule“ nicht im Althergebrachten erstarrte, sondern bis zur Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zeitgemäße Gestaltung auf höchstem künstlerischen Niveau mit solider Handwerksausbildung verknüpfen konnte. Neben seiner Lehrtätigkeit war der schließlich zum königlich preußischen Gartenbaudirektor ernannte Lässig überregional als Gartengestalter für private Bauherren, mit Wettbewerbsbeiträgen für öffentliche Anlagen und als Fachberater in gärtnerischen Belangen für verschiedene Kommunen tätig. In diesem Rahmen häufig auf Reisen riss ihn der Tod unerwartet und fern von Magdeburg aus seinem beruflichen Schaffen: Paul Lässig starb am 10. Februar 1933 bei einer Lehrlingsprüfung in Tangermünde.