Junges Erbe neu entdeckt: der Altstädter Rosengarten

Rosengarten 2_20160817_signet2Den Anlass zur Beschäftigung mit dem jüngeren „Grünen Erbe“ in der Landeshauptstadt Magdeburg gab das bundesweit beworbene Projekt „Grünanlagen der 1950er und 1960er Jahre – Qualitäten neu entdecken“. Initiiert von der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz e.V. (GALK), gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland e. V. (BHU) wird dieses Projekt seit 2014/15 von der Technischen Universität Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Denkmalpflege, umgesetzt. Hauptzielrichtung ist dabei, die Aufmerksamkeit auf Grünanlagen der ersten Jahrzehnte nach dem II. Weltkrieg zu lenken, ihre Zahl und ihren Erhaltungszustand zu sondieren sowie ihre Besonderheiten und Qualitäten zu ergründen. Weiterlesen

Glacis am Editharing – Entwertung oder Wiederentdeckung?

Gleich zwei große Bauprojekte beeinflussen die Grünanlage am Editharing: der Bau des Innenstadttunnels und die geplante Anlage einer zweiten Nord-Süd-Verbindung der Magdeburger Straßenbahn. In der Vorbereitungsphase des Tunnelbaues werden seit letztem Sommer rund um den Damaschkeplatz Entwässerungskanäle im Bohrverfahren angelegt. Einer der Bohrschächte ist dabei im südlichen Teil der Grünanlage positioniert worden. Das zweite Vorhaben wird den gesamten westlichen Randbereich der Grünanlage betreffen. Dort soll die neue Straßenbahntrasse einschließlich einer heutigen Maßstäben entsprechenden Haltestelle entstehen (vgl. Drucksache DS0271 vom 03.06.2013). Weiterlesen

Opfer des Hochwasserschutzes? Gedanken zur Linden-Promenade Zollstraße

MD-Linden_kleinWorum geht es?
Das Hochwasserereignis im Sommer 2013 hatte den Magdeburgern eindringlich Handlungserfordernisse zum Schutz von Menschenleben und Sachwerten sowie zur Sicherung einer funktionsfähigen städtischen Infrastruktur vor Augen geführt. Damals lag der Maximalpegel etwa 75 cm über dem bisherigen Höchststand. Die „Jahrhundertflut“ 2002 bestätigte im Prinzip die Prognosen der Vorväter hinsichtlich einer vorstellbaren maximalen Elbflut (und „bestrafte“ damit Bausünden und Leichtfertigkeiten späterer Zeiten). Nach den Erfahrungen von 2013 müssen jedoch alle Beurteilungen zur Hochwassergefährdung der Elbestadt aktualisiert werden. Der nun eingeleitete Um- und Ausbau der Schutzanlagen beinhaltet auch Veränderungen der innerstädtischen Uferbefestigungen. Im April 2014 wurde eine Planung vorgestellt, die auf dem Großen Werder entlang der Zollstraße den Neubau der dortigen Ufermauer empfahl. Weiterlesen

Ein Titan in Blüte

Titanenwurz_1cAls die größte Blüte der Welt ist der Flor der Titanenwurz nicht nur für engere Kreise der botanisch Interessierten ein besonderes Ereignis, sondern auch von der Tagespresse vielbeachtet. In diesem Jahr konnten nicht nur Hannover-Herrenhausen, die Stuttgarter Wilhelma oder Botanische Gärten der Universitäten z.B. in Bonn, Kiel oder Leipzig mit diesem Superlativ aufwarten – dieses Mal ist auch Magdeburg dabei! Weiterlesen

50 Jahre IG Denkmalpflege Magdeburg

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Am 13. Juni 2014 fand im historischen Pumpenhaus am Wasserturm in Magdeburg-Salbke eine Festveranstaltung anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Interessen-gemeinschaft Denkmalpflege Magdeburg statt. Im Mai 1964 als Arbeitsgruppe Denkmalpflege im Deutschen Kulturbund gegründet, wandelte sie sich später zur IG Denkmalpflege und gehört seit 1990 dem Kultur- und Heimatverein Magdeburg e.V. an. Ihre Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf die Organisation von Vorträgen und Exkursionen, sondern bis in die 1980er Jahre hinein trug die Gruppe auch in praktischer Weise zur Sicherung und Pflege der Magdeburger Baudenkmale bei. Weiterlesen

Ausstellung in Leipzig: Pflanzenpracht in Büchern

© 2013 Universitätsbibliothek Leipzig

Eine kleine, aber feine Ausstellung zeigt gegenwärtig die Leipziger Universitätsbibliothek: botanische Fachbücher aus der ca. 2.600 Bände umfassenden Sammlung des sächsischen Landtagsabgeordneten und Rittergutsbesitzers Rudolph Benno von Römer (1803-1871), die jener testamentarisch der Universitätsbibliothek gestiftet hatte. Im Vordergrund steht hier das Streben nach möglichst exakter und lebensechter Abbildung von Pflanzen, ob Neuentdeckungen, Kuriositäten oder altvertraute Arten der heimischen Flora. Weiterlesen

Herbstgold: die Amerikanische Weiß-Esche

Rotehorn_10-10-13Mit goldgelber Herbstfärbung fällt jetzt eine Baumart in den Parks auf, welche ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika stammt: die Amerikanische Weiß-Esche (Fraxinus americana). Zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt wurde sie bald als eine der besonders hochwachsenden Laubbaumarten zum wichtigen Bestandteil der ausgedehnteren Landschaftsgärten. Weiterlesen

Wieder-Erleuchtung im Stadtpark Rotehorn

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Leuchtsäulen und Albinmüllerturm (Foto: mk).

Anlässlich ihres 20jährigen Bestehens sponserten die Städtischen Werke Magdeburg die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme der beiden historischen Lichtstelen auf dem Festplatz im Stadtpark Rotehorn. Damit ist nun wieder etwas mehr Licht an einem Ort, dessen große Geschichte und Bedeutung zwischenzeitlich nur noch Wenigen bekannt gewesen sein dürfte. Weiterlesen

Nach dem Hochwasser 2013

0_HW-01_Rotehorn_13-06 (1)Das Hochwasserereignis von Anfang Juni 2013 übertraf alle bisherigen Erfahrungen und auch die Pegelstände des bis jetzt als „Jahrhunderthochwasser“ bezeichneten Ereignisses von 2002. So war in diesem Jahr u.a. auch der Festplatz im Stadtpark Rotehorn betroffen, bei dessen Aufschüttung zu Beginn des 20. Jahrhunderts man die damals vorstellbare maximale Fluthöhe zu Grunde gelegt hatte. Im Jahr 2002 blieb der Platz von Überflutung verschont und stellte damit die Weitsicht der Vorväter unter Beweis. Doch nun verdeutlichten die Auswirkungen des Hochwassers 2013 an diesem Gelände exemplarisch, dass es mit der relativen Sicherheit, in welcher sich die Stadt seit der Inbetriebnahme des Umflutkanals und des Pretziener Wehres (1875) wiegen konnte, vorbei ist. Weiterlesen

Paul Lässig zum 80. Todestag

Portal der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, an welcher Paul Lässig jahrzehntelang wirkte (Foto: mk).

Portal der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, an welcher Paul Lässig jahrzehntelang wirkte (Foto: mk).

Mit Paul Lässig ist im Jahr 2013 an einen weiteren Protagonisten der wichtigsten Periode der Entwicklung des Magdeburger Stadtgrüns zu erinnern, der hier in besonderem Maße die gartenkünstlerische Weiterqualifizierung prägte.

Am 15. Dezember 1870 in Dresden geboren lernte er den gärtnerischen Beruf im dortigen Großen Garten. Anschließend absolvierte er die Ausbildung zum Gartenkünstler an der königlich preußischen Gärtnerlehranstalt zu Potsdam-Wildpark. Nach ersten Arbeiten für die städtischen Gartenverwaltungen in Berlin und Dresden kam Lässig bald nach Magdeburg. Weiterlesen

Heimlicher Exot: der Zürgelbaum

Oft übersehen und daher ein nicht selten „unbemerkter Exot“ in Parks und Gärten ist der Westliche oder Nordamerikanische Zürgelbaum (Celtis occidentalis). Im 17. Jahrhundert kam er als Rarität nach Europa, zuerst nach Frankreich und England, gegen Ende des 18. Jahrhunderts war er dann auch in deutschen Schloßparks anzutreffen (so in Kassel, Potsdam-Sanssouci und Wörlitz). Weiterlesen

Wilhelm Klien zum 90. Todestag

Während einige Magdeburger Gartendirektoren heute wenigstens namentlich noch eine gewisse Bekanntheit in der Stadt genießen, sind andere verdienstvolle Mitarbeiter sowie einst hier tätige freie Gartengestalter weitgehend vergessen. Im Jahr des 150jährigen Jubiläums der Gründung einer selbstständigen städtischen Gartenverwaltung in Magdeburg soll damit begonnen werden, an einige der Gestalter, Pfleger und Förderer des öffentlichen Grüns der Elbestadt zu erinnern. Weiterlesen

Vor 250 Jahren: die Idee zur Domplatz-Begrünung – heute vergessen oder missverstanden?

Die Anlage der „Plantage“ (1764/65)

Im Herbst 1763 unterrichtete Prinz Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721-92) das Magdeburger Domkapitel und die ortsansässige preußische Regierungsbehörde von seiner Absicht, den Domplatz umgestalten zu wollen. Der Prinz, welcher auch den Titel des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg führte, war seit 1755 Gouverneur der Festung Magdeburg. Mit seinem Vorhaben wollte er zum Schmuck der Elbestadt beitragen und sowohl den Einwohnern als auch den Angehörigen der Garnison etwas Gutes tun (eine öffentliche Promenade bestand damals lediglich mit der Allee auf dem Fürstenwall). Weiterlesen

Dahlien und Magdeburg

Weitere Jubiläen 2013: die großen Deutschen Dahlien-Schauen in Magdeburg vor 115 bzw. 85 Jahren

Ursprünglich aus Amerika stammend erfuhr die Dahlie erst etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Europa züchterische Aufmerksamkeit und Verbreitung. Doch in kürzester Zeit avancierte die damals als Georgine bezeichnete Knollenpflanze zur populären Blume in den Gärten. So waren Dahlien auch bald in Magdeburg in den Privatgärten sowie in den Blumengärten der städtischen Gärtner vorhanden. Um 1850 wurde sogar eine Sorte ‚Triumph von Magdeburg‘ erwähnt. Gegen Ende des Jahrhunderts galt der seit 1884 für die Betreuung des Vogelgesangs zuständige Gärtner Schreiber u.a. auch als ausgewiesener Dahlien-Kenner. Er soll mehr als 600 Sorten zusammengetragen haben. Weiterlesen

1863-2013: das aufgeschobene Jubiläum

Gründung der städtischen Gartenverwaltung Magdeburg vor 150 Jahren

Schaffung und Pflege öffentlichen Grüns zählen seit der Etablierung moderner Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden zu deren Aufgaben. Einige Kommunen stellten dafür bereits im 18. Jahrhundert Gärtner an, andere partizipierten als Residenzstädte von dem Hofgärtner-Stab des ortsansässigen Fürsten. In Magdeburg übertrug die preußische Regierung im Jahr 1808 die Verantwortung für den Erhalt der Baumpflanzungen auf dem Domplatz und auf dem Fürstenwall an die Stadt. Mehrfach wechselten die Gärtner, welche zum vertraglich vereinbarten Festpreis die Bäume zu pflegen hatten, bis ab 1816 ein erster Gärtner dauerhaft in städtischen Dienst genommen wurde. Dieser war hauptsächlich für den Herrenkrug verantwortlich und stand unter Aufsicht einer speziellen Kommission sowie der Bauverwaltung. In der Folgezeit wurden auch für den Klosterbergegarten und den Vogelgesang Gärtner angestellt.

Eine wesentliche Änderung trat mit der Einstellung des Garteninspektors Paul Niemeyer ab 1863 ein. Weiterlesen