Schlosspark Randau

… verwunschenes Schloss in Ostelbien

 

Seit der Eingemeindung im Jahr 1994 liegt das Schloss Randau „verwaltungsgeografisch“ im Stadtgebiet Magdeburgs. Mancher Radwanderer, unterwegs in den idyllischen Wiesenauen und Forsten des ostelbischen Gebietes, wird das Anwesen entdecken – welches allerdings seit einigen Jahren in einen „Dornröschenschlaf“ versunken ist.

Weit zurück reicht die Geschichte dieses Ortes: einer mittelalterlichen Burg folgte ein Herrensitz, der jahrhundertelang der Familie von Alvensleben gehörte. Deren in den 1620er Jahren neu erbautes Herrenhaus fiel dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstand ein barockes Gutshaus, welches gegen Ende des Jahrhunderts zu einem komplexen Ensemble erweitert wurde. Dieses erfuhr eine nochmalige und tiefgreifende Umformung unter dem Kommerzienrat Moritz Paul Hennige, Sohn eines der bedeutendsten Zuckerfabrikanten im Magdeburger Raum. Einige Jahre nach dem Erwerb des Gutes Randau (1863) ließ Hennige das Herrenhaus durch ein Schloss in preußisch-noblem Klassizismus ersetzen und um die Jahrhundertwende noch erweitern. Wie schon bei der baulichen Fassung des 18. Jahrhunderts achtete man dabei auf eine stilistische Geschlossenheit von Herrschaftshaus und Wirtschaftsgebäuden.

Vor etwa 25 Jahren wurde mit Instandsetzungen des Schlosses und des angeschlossenen Parks begonnen. Doch blieb das Anwesen über viele Jahre hinweg ungenutzt und ist inzwischen bereits von Vernachlässigung und Verfall gezeichnet. Einige Altbäume und wenige Trümmer früherer baulicher Ausstattung lassen nur ansatzweise die einstige Gestaltung des Parks erahnen. Im Süden und Osten bot ein Deich Schutz gegen Hochwässer der nahen Alten Elbe. Als überwachsenes Relikt verdeutlicht dieser noch heute ein besonderes Charakteristikum dieser Gegend zwischen dem Hauptstrom der Elbe und dem im 19. Jahrhundert zum Schutz der Stadt Magdeburg vor großen Überflutungen angelegten Umflutkanal.

Schloss Randau lässt sich einer Anzahl repräsentativer Wohnsitze von Zuckerfabrikanten zurechnen, welche seit etwa 1850 bis in das 20. Jahrhundert hinein im Gebiet der Magdeburger Börde entstanden (darunter auch der Amtsgarten Klein-Ottersleben). Man kann vermuten, dass vielleicht auch bei der Gestaltung der Gärten manches Vorbild in der Nachbarschaft Anregung gab oder möglicherweise dazu beauftragte Gartenkünstler weitervermittelt wurden. Doch sind etliche dieser Parks bisher kaum erforscht, auch entsprechenden Verbindungen unter den „Rübenbaronen“ wäre noch nachzugehen. So bleibt Randau in vielerlei Hinsicht künftiger Entdeckung vorbehalten …

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