Gutspark Sohlen

… ländliche Idylle vor der Stadt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde am Rand des Dorfes Sohlen das dortige Gutshaus als Wohnhaus eines lanwirtschaftlichen Grundbesitzes (und nicht als Herrenhaus eines einstigen Rittergutes) erbaut. Das Anwesen gehörte zu den umfangreichen Besitzungen der Familie Schaeper, welche sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Magdeburger Raum als Großagrarier und Besitzer verarbeitender Unternehmen etablierte. Äußerst erfolgreich konnten sie um die Jahrhundertwende u.a. auch die Rittergüter Bahrendorf und Peseckendorf erwerben und ließen dort durch den Architekten Paul Schultze-Naumburg opulente Herrenhäuser mit architektonischen Anleihen bei Schlossbauten des Barock, Rokoko und Klassizismus errichten.

Das Gutshaus in Sohlen gibt sich demgegenüber wesentlich bescheidener, ist aber dennoch recht stattlich und von Anklängen des Jugendstils beeinflusst. Nach dem II. Weltkrieg diente es als Schule und erhielt in den 1970er Jahren einen Anbau, welcher die Parkfront sehr entstellte. Um 2005 wurde dieser abgebrochen und durch eine Freitreppenanlage in modernen Formen ersetzt.

Der einstige Garten, welcher sich vom Gutshaus bis zum Lauf der Sülze erstreckt, wurde nun in einfachsten Formen instand gesetzt. Bis auf einen kleinen Weiher ging jegliche Binnenstruktur der Anlage verloren. Der Baumbestand, sofern nicht auf spätere Ergänzungen zurückgehend, dokumentiert zumindest noch das Grundgerüst der Gartenanlage. Bemerkenswert ist eine eindrucksvolle Platane nahe des Gutshauses. Obwohl das Anwesen seit 1945 wesentliche Veränderungen erfahren hat, so ist doch immer noch die Atmosphäre des idyllischen Landsitzes abseits der Großstadt Magdeburg spürbar.

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