Florapark (Bördegarten)

… junge Gartenschöpfung auf Bördeland

In Verbindung mit den großen Neubaukomplexen Olvenstedt und Neustädter Feld wurden in den 1980er Jahren auch eine neue Grünanlagen im Nordwesten Magdeburgs projektiert. Auf früherem Ackerland entstanden Kleingartenanlagen, welche einen langgestreckten Grünzug umrahmen. Das Vorhaben wurde durch die Wende-Zeit hindurch weiterverfolgt und schließlich um 1994 fertiggestellt. Während den westlichen Teil ein Teich und verschiedene Blumengärten bestimmten, war der östliche Bereich mit Spielhügel/Rodelberg und weiten Wiesenflächen Sport und Spiel gewidmet.

Unter direkter Bezugnahme auf die Örtlichkeit, den Landschaftsraum der Magdeburger Börde, nannte man diese neue Anlage „Bördegarten“. Nach etwa einem Jahrzehnt war dieser Name dann jedoch nicht mehr genehm: das inzwischen in der Nachbarschaft etablierte Einkaufszentrum „Florapark“ erwirkte 2004 beim Magdeburger Stadtrat die Umbenennung bzw. die Übertragung des eigenen Namens auf die öffentliche Erholungsanlage. Man war offenbar um Profilierung gegenüber einem zweiten Einkaufszentrum am anderen Ende der Stadt bemüht, welches tragischer Weise den Namen „Bördepark“ trägt (bzw. sollten Mißverständnisse bei der Zielnavigation vermieden werden?). Diese (umstrittene) Unterwerfung der Kommune unter partikulare Marketingbestrebungen wäre vielleicht erträglicher gewesen, wenn die Gartenanlage davon profitiert hätte …

Doch im heutigen Zustand hat der nunmehrige „Florapark“ Manches von seiner früheren Ausstattungsqualität eingebüßt. Die ursprünglich thematisch strukturierten Schaupflanzungen und besonders die Sommerblumenbeete mussten in jüngerer Zeit reduziert oder durch Beschränkung auf wenige, sehr robuste Staudenarten vereinfacht werden. Längst schon reichen die verfügbaren städtischen Mittel nicht mehr aus, um Vandalismusschäden und Verfall in ausreichendem Maße begegnen zu können. Anschaulich dokumentiert dies u.a. der Rosengarten in seiner gegenwärtigen (baulichen) Verfassung.

Ungeachtet dessen bestätigt die Nutzung dieses „Grünkorridors“ durch Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Spielplatzbesucher auch in unseren Tagen die Richtigkeit der ursprünglichen Freiraumkonzeption. Seine Lage inmitten von Kleingärten und die dichten Strauchpflanzungen an den Rändern machen den „Florapark“ offenkundig zu einem optimalen Lebensraum für Nachtigallen, deren Gesang im Frühjahr hier vielfach zu hören ist. Und eine ganz besondere Sehenswürdigkeit stellt die Allee von Zierkirschen am Holzweg dar, welche alljährlich hier einen „Hauch von Hanami“ erzeugt (auch wenn es sich genaugenommen nicht um jene das japanische Kirschblütenfest prägenden Yoshino-Kirschen, sondern um die in Europa so beliebte Sorte ‚Kanzan‘ der Japanischen Blüten-Kirsche handelt).

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