Elbuferpromenade

… Garten und Kunst an der Strom-Elbe

So malerisch die Magdeburger Stadtsilhouette am Elbufer auch schon zu früheren Zeiten wirkte, so war dies doch kein Ort zum Flanieren. Der Bereich der heutigen Promenade ist vor allem durch den Warenumschlag der Elbschifffahrt geprägt gewesen. Hier standen die Gebäudekomplexe des alten und des neuen Packhofs. Im 19. Jahrhundert kamen Eisenbahnanlagen hinzu und wirkten als zusätzliche Barriere zwischen Stadt und Flussufer. Im Zuge späterer Entwicklungen des Magdeburger Streckensystems hatte man schon vor dem II. Weltkrieg erste Überlegungen angestellt, wie das Ufer der Strom-Elbe nach Rückbau der Gleisanlagen für eine Erholungsnutzung zu erschließen wäre. Ab 1939 wurde eine erste Ausgestaltung des Bereichs zwischen dem Elbbahnhof am Fürstenwall und dem nördlichen Brückenzug begonnen.

Diesen Ansätzen folgte dann in den 1970er Jahren mit der Anlage der „Promenade der Völkerfreundschaft“ eines der bedeutendsten Freiraumprojekte der DDR-Zeit in Magdeburg. Im Anschluss an die nach Kriegszerstörung neu errichteten, elbnahen Viertel der Altstadt entstand zwischen neuer Strom-Brücke und Petriförder eine abwechslungsreiche Grünanlage am Flussufer. Dort fand neben reichem Blumenschmuck auch die damals in Magdeburg überdurchschnittlich ausgeprägte Aufgeschlossenheit gegenüber einer Ausstattung des öffentlichen Raums mit zeitgenössischen Bildwerken ihren Niederschlag. Noch heute sind hier mehrere Plastiken dieser Zeit und der „Fischbrunnen“ von Fritz Kühn zu finden. Neben dem historischen Elbpegel kam als besondere Attraktion später noch der Nachbau einer Schiffsmühle hinzu, wie sie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in großer Zahl die Elbe bei Magdeburg geprägt hatten.

Nach 1990 wurden die Anlagen umfassend erneuert und umgestaltet. So wandelte sich u.a. der „Platz der Völkerfreundschaft“ mit dem „Fahnenmonument“ zum gänzlich neu interpretierten Wasserspielplatz. Natürlich mussten auch in dieser Anlage inzwischen die umfangreichen Blumenrabatten der Anfangszeit verringert oder durch weniger arbeitsaufwendige Staudenpflanzungen abgelöst werden. Als neuen Namen führte man „Elbuferpromenade“ ein. Der sich nördlich anschließende Abschnitt des Uferweges wurde zu Ehren der amerikanischen Partnerstadt als „Nashvillepromenade“ bezeichnet. Obwohl von der stark befahrenen Hauptverkehrsstraße Schleinufer begleitet, ist die „Elbuferpromenade“ mit ihren reizvollen Sichten über den Fluss sowie auf den Großen und den Kleinen Werder eine der am stärksten frequentierten öffentlichen Anlagen der Stadt.

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