Elbauenpark

… geschaffen zur Bundesgartenschau 1999

Seit der BUGA ’99 bietet das weiträumige Gelände des Großen und Kleinen Cracauer Angers eine große Fülle an Gartenkunst und Natur, aber auch vielfältige Angebote in den Bereichen Kultur und Freizeitsport. Der Rundkurs der Panoramabahn verbindet die einzelnen Bereiche wie beispielsweise die „Gärten der Erinnerung“ am Jahrtausendturm, die beiden Rosengärten und das Staudental oder den „Europagarten“ mit dem Bienenhaus. An die frühere Bestimmung des Geländes erinnern die zu einem Garten-Ensemble umgestalteten Wälle der einstigen Schießbahnen, der als Bühne genutzte frühere Kugelfang sowie der „Pappeldom“ (ein ehemaliger Hubschrauberlandeplatz). Außerdem wurde der Deponieberg als Aussichtspunkt in die Gestaltung einbezogen. Diese Verbindung einer Nachnutzung militärischer Objekte mit der Etablierung von Angeboten naturbezogener Freizeit- und Erholungsnutzung für die Bevölkerung wurde im Wettbewerb „Deutschlands schönster Park“ (2005) mit einem 2. Platz gewürdigt.

Das früher zum Dorf Cracau gehörende Weideland östlich der Elbe diente lange Zeit als Exerzier- und vor allem als Übungsplatz der Magdeburger Garnison. Um die damit verbundenen Einschränkungen für die Erreichbarkeit des Herrenkrugparks zu überwinden, wurde ab 1864 entlang des Flussufers ein etwa 2 km langer Promenadenweg angelegt und mit Baumpflanzungen versehen. In der Magdeburger Stadtgrün-Geschichte nimmt dieser Weg eine Sonderstellung ein, da er nicht von der Kommunalverwaltung initiiert, finanziert und unterhalten worden war, sondern durch den örtlichen Verschönerungsverein – und so das einzige Beispiel einer ausschließlich aus bürgerschaftlichem Engagement hervorgegangenen Grünstruktur der Elbestadt darstellte. Um die Jahrhundertwende (während der Spätphase der Magdeburger Festungszeit) schien es fast so, als könnte auch die militärische Vorherrschaft auf den Cracauer Angern abgelöst werden. So fand der gerade aufkommende Fußballsport hier eine seiner ersten Heimstätten in Magdeburg, der Ingenieur Hans Grade unternahm 1908 über dem Gelände den ersten deutschen Motorflug und die Gartenverwaltung arbeitete an Planungen, den Kleinen Cracauer Anger mit der Umgestaltung zur Volkswiese dem Herrenkrugpark anzuschließen. Eine Privatgesellschaft beabsichtigte außerdem, auf einem Teil des Areals einen Zoo, einen Vergnügungspark und einen Olympia-Sportplatz anzulegen, musste das Vorhaben jedoch schon bald fallen lassen. Die militärische Nutzung des Anger-Terrains wurde nicht aufgegeben, sondern durch den Bau von zwei großen Kasernenkomplexen in den 1930er Jahren noch intensiviert. Nach dem II. Weltkrieg dienten die weiten Flächen des Übungsgeländes zuerst für die Lagerung des Trümmerschutts. Dann zerschlugen sich erneut die Hoffnungen auf eine zivile Nutzung der Anger. Dies sollte erst nach 1990 möglich werden.

Der Elbauenpark rundet heute nicht nur die breit gefächerte Palette Magdeburger Parks und Gärten ab. Indem mit den neuen Messehallen, der Seebühne und der Großen Angerwiese stärker frequentierte Veranstaltungsorte hier mit optimaler verkehrlicher Erschließung konzentriert wurden, konnten die historischen Parks von diesen nicht immer einfach zu integrierenden Nutzungsanforderungen entlastet werden. Als umzäunte und entgeltpflichtige Anlage bietet der Elbauenpark Möglichkeiten zur Präsentation von Pflanzenkulturen oder Kunstobjekten, die sonst in den öffentlichen Freiräumen kaum dauerhaft zu erhalten wären. Hunden ist der Zutritt verwehrt, so dass hier unbeschwertem Spiel kleiner Parkbesucher auf den Wiesen nichts im Wege steht.

Zur Präsentation des Elbauenparks im Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ gelangen Sie hier.

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