Nach dem Hochwasser 2013

0_HW-01_Rotehorn_13-06 (1)Das Hochwasserereignis von Anfang Juni 2013 übertraf alle bisherigen Erfahrungen und auch die Pegelstände des bis jetzt als „Jahrhunderthochwasser“ bezeichneten Ereignisses von 2002. So war in diesem Jahr u.a. auch der Festplatz im Stadtpark Rotehorn betroffen, bei dessen Aufschüttung zu Beginn des 20. Jahrhunderts man die damals vorstellbare maximale Fluthöhe zu Grunde gelegt hatte. Im Jahr 2002 blieb der Platz von Überflutung verschont und stellte damit die Weitsicht der Vorväter unter Beweis. Doch nun verdeutlichten die Auswirkungen des Hochwassers 2013 an diesem Gelände exemplarisch, dass es mit der relativen Sicherheit, in welcher sich die Stadt seit der Inbetriebnahme des Umflutkanals und des Pretziener Wehres (1875) wiegen konnte, vorbei ist.

In den Magdeburger Parks und Grünanlagen, welche im Einflussbereich der Elbe liegen, stehen in erster Linie die Schäden an Gebäuden im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Hier sind nahezu sämtliche nach 1875 entstandenen Baulichkeiten betroffen: vom historischen Restaurant oder Bootshaus bis zu manchen „Bausünden“ der jüngeren Vergangenheit. Hinsichtlich der Parkgestaltungen waren unmittelbar nach dem Hochwasser Schäden an Wegebefestigungen und baulichen Ausstattungen, umgestürzte Bäume und abgestorbene Sträucher bzw. Kleingehölze sowie Ablagerungen von Treibgut festzustellen. Wie nach dem Hochwasser 2002 werden Folgeschäden am Vegetationsbestand und Beeinträchtigungen der Parkgewässer durch Sedimentablagerungen jedoch erst im Laufe der nächsten Jahre sichtbar werden bzw. zu beurteilen sein. Eine besondere Maßnahme im Zuge des diesjährigen Hochwasserereignisses war die Aufhöhung des Kirschdeiches im Herrenkrug, wodurch die Ausbreitung der Überflutung über den Park hinweg auf die angrenzenden baulichen Anlagen verhindert werden sollte. Die jetzige provisorische Ausführung und der zu erwartende Umbau in eine dauerhafte Form dürften den umfangreichsten Eingriff in dieses Gartendenkmal seit dem II. Weltkrieg darstellen.