Vogelzugführung mit Ernst Paul Dörfler im Herrenkrug

Auch wenn die Wetterlage am Exkursionstag im Oktober 2015 keinen Kranichzug erwarten ließ – es fehlte der Sonnenschein und der warme Aufwind zum Segeln – so begegneten wir auf unserer Zugvogelexkursion doch einige Arten, die auf dem Durchzug waren. Doch zunächst erregte ein Kleiber auf dem Vitopia-Gelände durch seine lauten Rufe unsere Aufmerksamkeit. Er ist ein sesshafter Kandidat und bleibt auch den ganzen Winter über auf dem Gelände. Seine Nahrung findet er in den Baumritzen – oder an der Futterstelle.

Ernst- Paul Dörfler erklärt Wissenswertes über die Vogelwelt auf der Elbe-Radbrücke im Herrenkrug

Ernst Paul Dörfler erklärt Wissenswertes über die Vogelwelt auf der Elbe-Radbrücke im Herrenkrug

Auf der anderen Seite der Elbe trafen wir neben Höckerschwänen und ziehenden Stockenten gleich zwei Besonderheiten: Krickenten und Zwergtaucher. Beide legten hier im Flachwasser eine Rast ein. Die Krickenten – benannt nach dem Krick-Ruf der hübschen Männchen – stehen auf der Liste der bedrohten Vogelarten. Bedroht sind sie durch Entwässerungen und Trockenlegung von Kleingewässern, daneben auch durch Jagd und Bleivergiftung. Gleich daneben tummelten sich die quicklebendigen, pummeligen Zwergtaucher, die immer wieder abtauchten, um nach Nahrung zu suchen. Während bei den Krickenten das Weibchen die Brut und Aufzucht allein übernimmt, teilen sich bei den Zwergtauchern beide Partner die Arbeit. Der älteste Zwergtaucher wurde 17 Jahre alt, die älteste Krickente 27 Jahre. Beide Vogelarten gehören zu den Teilziehern, d. h. sie ziehen bestenfalls bis nach West- oder Südeuropa. Manche bleiben sogar über Winter bei uns. Wir werden sie weiter im Blick behalten.