FORUM:GARTEN lädt am 5. Juli zu Pflanzentauschbörse und Führungen ein

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Infofest rund um das Magdeburger Grün in den Gruson-Gewächshäusern

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Am Samstag, den 5. Juli 2014 findet von 10.00 bis 15.00 Uhr zum 4. Mal das FORUM:GARTEN Magdeburg statt. Nach drei Jahren im Herrenkrugpark präsentieren sich in diesem Jahr erstmals in den Gruson-Gewächshäusern in Magdeburg zahlreiche Initiativen und Vereine, die sich mit Themen rund um das Magdeburger Grün beschäftigen und dessen vielfältige Facetten lebendig erhalten. Die Besucher erwarten Informationsstände, Führungen durch die Gewächshäuser und den Klosterbergegarten, eine Kinderrallye durch den Klosterbergegarten sowie eine Saatgut- und Pflanzentauschbörse. Jeder, der Saatgut oder Pflanzen aus dem eigenen Garten zum kostenlosen Tauschen mitbringen kann, ist herzlich dazu eingeladen!  Außerdem können die Besucher einem Vortrag zur Vision einer Erd-Charta oder den wunderbaren Klängen von Musiker Dobrin Stanislawow an Panflöte, Didgeridoo oder Ocean Drum lauschen. Eine Diashow zeigt das Magdeburger Grün im Wandel der letzten zwanzig Jahre.

Ein blumiges Familienprogramm mit Blumenkränze binden, Kinderaktionen und einer Rallye durch den Klosterbergegarten versprechen vergnügliche Stunden. Bei Musik und verschiedenen Leckereien können sich Garten- und Naturinteressierte informieren, kennenlernen und austauschen.

Der Eintritt in die Gruson-Gewächshäuser beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,00 Euro. Darin sind alle Angebote des Infofestes FORUM:GARTEN Magdeburg eingeschlossen.

Mehr Informationen zum FORUM:GARTEN Magdeburg sind auf der Internetseite www.forumgarten-magdeburg.de zu finden. Auf der Seite können sich Pflanzenliebhaber und Interessenten für Gärten, Parks und die Natur in Magdeburg über „grüne“ Vereine und Initiativen sowie deren Projekte in der Stadt informieren. Das Netzwerk FORUM:GARTEN Magdeburg will mit dem Internetportal auf die grüne Seite der Elbestadt aufmerksam machen und Bewohner wie Gäste dafür begeistern.

Programm

ab 10:00 Uhr          Infostände, Saatgut- und Pflanzentauschbörse, Blumenkränze binden, Kinderunterhaltung, Musik mit Dobrin Stanislawow (Panflöte, Didgeridoo, Ocean Drum u.v.m.), Impressionen vom Magdeburger Grün

10:00 Uhr               „Stadtgrün von 1994 bis heute“. Diaschau im Aquarienbereich

11:00 Uhr               Führung durch die Gewächshäuser, Treffpunkt Haupteingang

11:00 Uhr               Kinder-Rallye durch den Klosterbergegarten. Treffpunkt Haupteingang

12:30 Uhr               Parkführung durch den Klosterbergegarten mit Dipl.-Ing. Michael Keller. Treffpunkt Haupteingang

13:00 Uhr               Vortrag „Die Erd-Charta. Vision. Aktion. Ethik.“ Joris Spindler, Vitopia eG., Farnhaus

13:00 Uhr               „Stadtgrün von 1994 bis heute“. Diaschau im Aquarienbereich

14:00 Uhr               Führung durch die Gewächshäuser, Treffpunkt Haupteingang

14:00 Uhr               Kinder-Rallye durch den Klosterbergegarten. Treffpunkt Haupteingang
(Stand: 24.06.14, Änderungen vorbehalten.)

Das FORUM:GARTEN Magdeburg am 5. Juli 2014 wird von der Volksbank Magdeburg und den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) unterstützt. Veranstalter ist das gleichnamige Netzwerk „FORUM:GARTEN Magdeburg“.

Pressekontakt:
für die Veranstalter: Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt e. V., Felicitas Remmert, Tessenowstr. 3, 39114 Magdeburg, Tel.: 0391/5934 254, Fax: 0391/5934 317, remmert@gartentraeume-sachsen-anhalt.de

FORUM:GARTEN Magdeburg am 5. Juli 2014

FORUM:GARTEN Magdeburg – das Infofest rund um das Magdeburger Grün erstmalig in den Gruson-Gewächshäusern

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Am Samstag, den 5. Juli 2014 findet von 10 – 15 Uhr zum 4. Mal das FORUM:GARTEN Magdeburg statt. Nach 3 Jahren im Herrenkrugpark präsentieren sich in diesem Jahr erstmals in den Gruson-Gewächshäusern zahlreiche Initiativen und Vereine, die sich mit dem Magdeburger Stadtgrün, Parks und Gärten sowie ökologischen Themen der Landeshauptstadt beschäftigen. Die Besucher erwarten Informationsstände, eine Gewächshausführung, eine Führung durch den Klosterbergegarten sowie eine Saatgut- und Pflanzentauschbörse. Jeder, der Saatgut oder Pflanzen aus dem eigenen Garten zum kostenlosen Tauschen mitbringen kann, ist herzlich dazu eingeladen!

Ein blumiges Familienprogramm mit Blumenkränze-Binden, Kinderaktionen und einer Park-Rallye versprechen vergnügliche Stunden.

Bei Musik und verschiedenen Leckereien können sich Garten- und Naturinteressierte informieren, kennenlernen und austauschen. Der Eintritt in die Gruson-Gewächshäuser beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,00 Euro. Darin sind alle Angebote des FORUM:GARTENs Magdeburg eingeschlossen.

Adresse:
Gruson-Gewächshäuser Magdeburg
Schönebecker Straße 129 b
39104 Magdeburg

 

 

 

 

 

 

Pressekontakt:

Für die Veranstalter:

Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt e.V., Felicitas Remmert, Tessenowstr. 3, 39114 Magdeburg, Tel.: 0391/5934 254, Fax: 0391/5934 317, remmert@gartentraeume-sachsen-anhalt.de

Klimafreundlich Mobil- Das neue Apfelsaftrad mit Informationsgehalt

Eine Streuobstwiese im Stadtteil Magdeburg-Sudenburg wird seit August 2006 durch die Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt (KEB) genutzt und gepflegt. Diese Nutzung mit einer Mischung aus Baumbestand und Grünland hat eine hohe landschaftsökologische Bedeutung. Durch eine schonende (extensive) Bewirtschaftung der Wiese und der dort wachsenden alten Obstbäume sind solche Flächen außerordentlich reich an Tier- und Pflanzenarten und leisten damit einen wichtigen Beitrag für deren Erhalt der Artenvielfalt. Weiterlesen

Streuobstwiesen in der Region Magdeburg entdecken, erhalten und entwickeln

Ein Projekt der
Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e. V. (KEB)
Breiter Weg 213
39104 Magdeburg
Tel.: 0391-6208641

Streuobstwiesen zählen in Sachsen-Anhalt glücklicherweise zu den laut Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt geschützten Lebensräumen. Für die Streuobstwiese in MD-Sudenburg (Lutherstr. 20) hat sich ein Bildungsträger starkgemacht.

Apfelbaumblüte

Apfelbaumblüte

Im Rahmen der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltigkeit“ sind alle Institutionen, die sich im weitesten Sinne mit Bildung beschäftigen, aufgerufen, Bildung in den Bereichen ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zu leisten.

Die KEB ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Bildung für Nachhaltigkeit auf wunderbare Weise auf der Streuobstwiese realisieren lässt und zwar in allen 3 genannten

Bereichen:

 

Ökologische Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Bildung für ökol. Nachhaltigkeit führen wir Kitagruppen, Schulklassen, Jugendgruppen und interessierte Erwachsene an die hohe Biodiversität dieses Lebensraumes heran. Wie geschieht das im Einzelnen? Wir versuchen, die Biodiversität dieses Lebensraumes mit allen Sinnen erlebbar (sichtbar, hörbar, riechbar und auch schmeckbar) zu machen.

  • Strukturreichtum/Strukturvielfalt (Baumstamm-Insekten, Krone-Bienen, Wiese-Blütenpflanzen, Schatten-Sonne, Höhlen)
  • Insektenreichtum – Vogelreichtum – Tierartenvielfalt
  • Sortenreichtum, Sortenvielfalt (auf dieser Wiese über 40 Apfelsorten). Im Rahmen von Aktionstagen (Obstblütenwanderung, Insektenbeobachtung, Apfelsaftprojekt, Apfelsortenausstellungen, Apfelsortenverkostungen) können wir verdeutlichen, dass Streuobstbestände zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas zählen.

    Apfelplücken

    Apfelpflücken

Herzstück dieser umweltpädagogischen Erlebnis- u. Aktionstage sind die herbstlichen Apfelsammel- und Apfelsaftaktionen.

Die Äpfel werden z. T. für das Schulfrühstück geerntet, überwiegend aber mit Schüttelhaken geschüttelt, mit einer Mühle zerkleinert und mit einer manuell zu betreibenden Saftpresse gemostet. All die Äpfel, die nicht vor Ort auf der Wiese gemostet werden, werden in einem 7,5-Tonnen-Container gesammelt und zur Mosterei Natho transportiert. Zahlreiche Kindergärten, Schulen, Familien, Senioren des Hesekielstiftes sowie überbetriebliche Ausbildungsstätten Aufzählung bitte streichen nutzen dieses Angebot.

Soziale und pädagogische Nachhaltigkeit

Versorgung der Kita Sonnenland und des Altenwohnheims in der Hesekielstr. sowie anderer Einrichtungen mit Obst.

Im Rahmen der Aktionstage (Apfelsaftprojekt, Freiwilligentag) ergeben sich im gemeinsamen praktischen Handeln Annäherung und Integration verschiedener Alters- und Interessengruppen.

Im Sinne pädagogischer Nachhaltigkeit wurde 2009 eine Wander- ausstellung zum Lebensraum Streuobstwiese entwickelt, welche kostenfrei ausleihbar ist bei der KEB. Diese Ausstellung lädt ein zu einem Spaziergang durch die 4 Jahreszeiten auf einer Streuobstwiese. Sie veranschaulicht die Bedeutung des Lebensraumes Streuobstwiese.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Im Rahmen der herbstlichen Apfelsammelaktionen wurden in den vergangenen Jahren jeweils 4-6 Tonnen geschüttelt, geerntet und vermostet. Wir bekommen bei Natho eine Sonderpressung, sodass wir sicher sein können, dass wir ausschließlich von den von uns beernteten Wiesen (ungespritzt, ungedüngt) Apfelsaft bekommen.

Der von der Mosterei Natho als Direktsaft abgefüllte, 2 Jahre haltbare Saft wird an die mithelfenden Sammelgruppen zum Selbstkostenpreis abgegeben. Was dann noch übrig bleibt, wird über die KEB verkauft.

Große Nachfrage nach dem Apfelsaft bestand bisher von Seiten der Städtischen Werke MD, dem Roncalli-Haus, der Familienbildungsstätte Kirchmöser, der Stiftung für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz etc.

Entwicklung des Projektes:

Dieses Projekt zeichnet sich aus durch die Unterstützung zahlreicher freiwillig helfender Hände (Freiwilligenagentur/Freiwilligentage) sowie der Bildungsträger wie BAQJ oder TBZ. Ohne diese tatkräftige Unterstützung säßen wir heute nicht hier.

  • Entdecken der Obstwiesenbrache 2005
  • 2006 Nutzungsvereinbarung mit der Stadt, erste Schneisen durch den Brache-Dschungel mit Sense und Sichel, Unmengen an Müll, erstes Apfelsaftprojekt, Kooperation mit der BAJ
  • 2007 Projektförderung durch den Pakt für Landwirtschaft, kleine mechanische Handpresse, umweltpädagogische Aktionen, Apfelsaftprojekt
  • 2008/2009 Sachmittelförderung durch die SUNK und Lotto, 2008 Umweltpreis, Bau der Holzhütte, Aktionstage, Apfelsaftprojekt
  • 2009 Kooperation mit der Freiwilligenagentur (Freiwilligentag), 1. Preis der Freiwilligenagentur, erstmalig Apfel-Mango-Saft, Projektbeteiligung Apfelprojekt 2009: 135 Kitakinder, 165 GS-Kinder, 48 Jugendliche, 52 Erwachsene
  • 2010 Kooperation mit der SWM (Naturtalente), Aktionstage, Apfelsaftprojekt
  • 2011/2012 Projektförderung durch SUNK und Lotto (Entwicklung Bienengarten), erstes Bienenvolk, Kooperation Missio-Projekt (Apfel-Mango-Saft), Fertigstellung der Hochbeete
  • Frühjahr 2012 Umsetzung der A/E-Maßnahme zu einer Baumaßnahme in der Bergstraße (Kooperation mit der TBZ). Aus dem ersten Bienenvolk entstehen durch Schwärmen des Bienenvolkes 2 weitere Bienenvölker. Streuobstwiese-Bienengarten
  • 2013 Kooperation mit der SWM (Brunnenprojekt), Mai 2013 KEB Vorstandssitzung, Juli 2013 GWA-Sitzung auf der Streuobstwiese, Projektförderung Lastenfahrrad in Kooperation mit Vitopia e. V.

Öffentlichkeitsarbeit:

  • Apfelaktionstage, Apfelsaftpressungen mit Kitagruppen, Schulklassen, Jugendgruppen, Familien etc.
  • Kooperationen: GWA Sudenburg, BAQJ, TBZ, FAA
  • Projektangebote für verschiedene Einrichtungen: KitAs (Sonnenland, Kinderkasten, Trinitatis etc.), Schulen (GS St. Mechthild, ev. Grundschule, Kükelhausschule, GS Biederitz), Jugendgruppen (CVJM, Pfadfinder), Stadtteilprojekt KIA
  • SWM (Aktionstage Obstwiese, Sponsoring)
  • Angebot Saftpressung zu Geburtstagen oder Firmenjubiläen (Herbst)
  • Beteiligung am Sudenburger Stadtteilfest (Apfelpressung)
  • Beteiligung am Forum Garten
  • Beteiligung am Freiwilligentag (Kooperation mit der Freiwilligenagentur)
  • Tage der offenen Tür: Obsterntetage für die Sudenburger Bevölkerung
  • Obstannahme (Äpfel) im Rahmen des Apfelsaftprojektes, Hobbygärtner/Interessierte speisen ihre Äpfel in das Projekt ein.

Projektleitung: Dipl. Ing. Susanne Pummerer Kontaktmöglichkeiten: s.pummerer@googlemail.com

Infos über Veranstaltungen, Projekt- und Aktionstage finden Sie auf der Homepage: streuobstwiesen-keb-md.webnode.com

 

„PLATZ MACHEN“ – über die Bedeutung des öffentlichen Raumes in Magdeburg

Ein Gastbeitrag von Tim Schneider, Magdeburg, aus  “PLANERIN,  Mitgliederfachzeitschrift für Stadt-, Regional- und Landesplanung, Heft 3/2013
Vereinigung für Stadt- Regional und Landesplanung (SRV), Berlin

Beitrag „Platz machen“ (PDF, 152 kB)

Nach dem Hochwasser 2013

0_HW-01_Rotehorn_13-06 (1)Das Hochwasserereignis von Anfang Juni 2013 übertraf alle bisherigen Erfahrungen und auch die Pegelstände des bis jetzt als „Jahrhunderthochwasser“ bezeichneten Ereignisses von 2002. So war in diesem Jahr u.a. auch der Festplatz im Stadtpark Rotehorn betroffen, bei dessen Aufschüttung zu Beginn des 20. Jahrhunderts man die damals vorstellbare maximale Fluthöhe zu Grunde gelegt hatte. Im Jahr 2002 blieb der Platz von Überflutung verschont und stellte damit die Weitsicht der Vorväter unter Beweis. Doch nun verdeutlichten die Auswirkungen des Hochwassers 2013 an diesem Gelände exemplarisch, dass es mit der relativen Sicherheit, in welcher sich die Stadt seit der Inbetriebnahme des Umflutkanals und des Pretziener Wehres (1875) wiegen konnte, vorbei ist.

In den Magdeburger Parks und Grünanlagen, welche im Einflussbereich der Elbe liegen, stehen in erster Linie die Schäden an Gebäuden im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Hier sind nahezu sämtliche nach 1875 entstandenen Baulichkeiten betroffen: vom historischen Restaurant oder Bootshaus bis zu manchen „Bausünden“ der jüngeren Vergangenheit. Hinsichtlich der Parkgestaltungen waren unmittelbar nach dem Hochwasser Schäden an Wegebefestigungen und baulichen Ausstattungen, umgestürzte Bäume und abgestorbene Sträucher bzw. Kleingehölze sowie Ablagerungen von Treibgut festzustellen. Wie nach dem Hochwasser 2002 werden Folgeschäden am Vegetationsbestand und Beeinträchtigungen der Parkgewässer durch Sedimentablagerungen jedoch erst im Laufe der nächsten Jahre sichtbar werden bzw. zu beurteilen sein. Eine besondere Maßnahme im Zuge des diesjährigen Hochwasserereignisses war die Aufhöhung des Kirschdeiches im Herrenkrug, wodurch die Ausbreitung der Überflutung über den Park hinweg auf die angrenzenden baulichen Anlagen verhindert werden sollte. Die jetzige provisorische Ausführung und der zu erwartende Umbau in eine dauerhafte Form dürften den umfangreichsten Eingriff in dieses Gartendenkmal seit dem II. Weltkrieg darstellen.

Herzliche Einladung zum 3. FORUM:GARTEN Magdeburg

am Samstag, den 25. Mai 2013 ab 14:00 Uhr
im Herrenkrug Nr. 2, im Hof des ehemaligen Gärtnerhauses
an der Elbe-Radbrücke.

Beim FORUM:GARTEN präsentieren sich Initiativen, Vereine und Institutionen, die sich mit Themen rund um das Magdeburger Grün beschäftigen und dessen vielfältige Facetten lebendig erhalten. Die Besucher erwarten Informationsstände, eine Kräuterwanderung
(15 Uhr), eine Parkführung (16 Uhr) sowie eine Saatgut- und Pflanzentauschbörse. Wenn Sie Saatgut oder Pflanzen aus dem eigenen Garten zum kostenlosen Tauschen mitbringen können, sind Sie herzlich dazu eingeladen.

Ein blumiges Familienprogramm mit Blumenkränze-Binden, Kinderschminken und der Märchenerzählerin „Stine“ verspricht einen vergnüglichen Nachmittag. Bei Kuchen, Sommerbowle und Musik können sich Garten- und Naturinteressierte kennenlernen und austauschen. Zum Abschluss des FORUM:GARTENs findet um 18:00 Uhr ein poetischer Abendspaziergang durch den Herrenkrugpark statt. Der Eintritt zum FORUM:GARTEN Magdeburg ist frei.

Pflanzentauschbörse beim FORUM:GARTEN 2012

Der Veranstaltungsort, das Gelände des ehemaligen Gärtnerhauses, wird seit 2010 von den Mitgliedern der Vitopia-Genossenschaft wiederbelebt. Schon heute bietet es mit Konzerten, Festen, Führungen und Kunstausstellungen einen  Anlaufpunkt für Magdeburger und Gäste. Ein Café und eine Radherberge sind in Planung.

Herzlich willkommen!

Die Beteiligten desNetzwerks FORUM:GARTEN Magdeburg

Essbare Pflanzen – Ein Rückblick zu einem Streifzug durch den Herrenkrugpark

Am 11.5.13 um 9.30 Uhr traf eine bunte Gruppe von Pflanzeninteressierten und -kundigen im Herrenkrug Nr. 2 ein. Der dort ansässige Verein Lebensraum am Fluss e. V. bot mit der Wildnispädagogin Yvonne Lücke eine pflanzenkundlichen Streifzug durch den Herrenkrugpark an.

Die rund 20 TeilnehmerInnen lernten neue und alt bekannte Pflanzen kennen, wie z. B. die Knoblauchsrauke, die einen leichten Knoblauchgeschmack hat oder die Schachtbrettblume, die wild sehr selten ist und dazu giftig. Wer wollte konnte Naschen, wie z. B. ein frisches Buchenblatt. Bei besten Wetter fand ein reger Austausch untereinander über Verwendung und Zubereitung unterschiedlichster Pflanzen statt. Mit einem frisch aufgebrühten Minztee aus dem Vitopia eG-Garten endete um 12 Uhr der Streifzug.

Der nächste Termin ist der 25.5.2013 Uhr um 15 Uhr im Rahmen des 3. Forum:Garten, Spende erbeten.

Brutvogelerfassung auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg

 

Zusammenfassung zum Vortrag

„Brutvogelerfassung auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg –

Wertgebende Brutvogelarten in Städtischen Parks und der Elbaue Magdeburgs“

auf dem

18. Landschaftstag der Landeshauptstadt Magdeburg im Jahr 2010

 

Björn Schäfer

IHU Stendal Geologie und Analytik

Einführung

 

Innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg (ca. 200 km²) wurden in den Jahren 2007 bis 2010 im Rahmen von verschiedenen Projekten innerhalb von naturschutzfachlich wertvollen Flächen die Reviere von (wertgebenden) Brutvögeln erfasst. In den Jahren 2007 bis 2009 wurden 251 geschützte Biotope (§ 37 BNatSchG), im Jahr 2010 26 Parkanlagen und ebenfalls im Jahr 2010 das FFH-Gebiet 50 Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg (vgl. Schäfer & Pschorn i. Vorb.) avifaunistisch bearbeitet.

Bei der Erfassung in den geschützten Biotopen und den Parkanlagen waren alle Brutvögel und bei der Erfassung im FFH-Gebiet 50 die wertgebenden Arten zu bearbeiten. Als wertgebend sind in diesem Zusammenhang die Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union sowie die Vogelarten der Gefährdungskategorien 1 und 2 der Roten Liste Sachsen-Anhalts (Dornbusch et al. 2004) gemeint. Die Revierkartierung orientierte sich an den bei Südbeck et al. (2005) dargestellten Methoden. Auf Teilflächen wurde lediglich eine Übersichtserfassung durchgeführt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine vollumfängliche Erfassung auf der gesamten Fläche der Landeshauptstadt Magdeburg handelt.

Weiterhin werden Daten anderer Beobachter aus dem angegebenen Zeitraum berücksichtigt. Dank für das Überlassen von Daten und wertvolle Hinweise gebührt F. Brackhahn, S. Fischer, A. Pschorn, W. Schüler und H. Stein.

 

 

Ergebnisse

 

In der folgenden Tabelle werden die im Vortrag vorgestellten wertgebenden und weitere bemerkenswerte Brutvogelarten dargestellt.

 

 

Tabelle 1:            Liste der für die Landeshauptstadt Magdeburg nachgewiesenen wertgebenden und                   bemerkenswerten Brutvogelarten (2007-2010)

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

VSchRL

RL

RL

 

 

Anh. I

ST

D

Nilgans

Alopochen aegyptiacus

 

 

 

Knäkente

Anas querquedula

 

2

2

Rebhuhn

Perdix perdix

 

2

2

Kormoran

Phalacrocorax carbo

 

V

 

Rohrdommel

Botaurus stellaris

I

2

2

Zwergdommel

Ixobrychus minutus

I

2

1

Graureiher

Ardea cinerea

 

 

 

Weißstorch

Ciconia ciconia

I

 

3

Rohrweihe

Circus aeruginosus

I

V

 

Rotmilan

Milvus milvus

I

3

 

Schwarzmilan

Milvus migrans

I

 

 

Seeadler

Haliaeetus albicilla

I

3

 

Wachtelkönig

Crex crex

I

V

2

Austernfischer

Haematopus ostralegus

 

R

 

Kiebitz

Vanellus vanellus

 

2

2

Flussregenpfeifer

Charadrius dubius

 

 

 

Flussuferläufer

Actitis hypoleucos

 

1

2

Waldwasserläufer

Tringa ochropus

 

R

 

Eisvogel

Alcedo atthis

I

V

 

Bienenfresser

Merops apiaster

 

3

 

Wendehals

Jynx torquilla

 

V

2

Grauspecht

Picus canus

I

 

2

Schwarzspecht

Dryocopus martius

I

 

 

Mittelspecht

Dendrocopos medius

I

 

 

Neuntöter

Lanius collurio

I

 

 

Haubenlerche

Galerida cristata

 

V

1

Heidelerche

Lullula arborea

I

 

V

Schilfrohrsänger

Acrocephalus schoenobaenus

 

2

V

Drosselrohrsänger

Acrocephalus arundinaceus

 

2

V

Sperbergrasmücke

Sylvia nisoria

I

 

 

Grauschnäpper

Muscicapa striata

 

 

 

Braunkehlchen

Saxicola rubetra

 

3

3

Blaukehlchen

Luscinia svecica ssp. cyanecula

I

R

V

Gartenrotschwanz

Phoenicurus phoenicurus

 

3

 

Steinschmätzer

Oenanthe oenanthe

 

3

1

Brachpieper

Anthus campestris

I

2

1

Gebirgsstelze

Motacilla cinerea

 

 

 

Ortolan

Emberiza hortulana

I

V

3

Die Abkürzungen bedeuten: VSchRl = Vogelschutzrichtlinie der EU; RL ST = Rote Liste Sachsen-Anhalt; RL D = Rote Liste Deutschland;

I = Listung der Art im Anh. I der VSchRL; Kat. der Roten Listen: 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet;

R = extrem selten, Art mit geographischer Restriktion; V = Art der Vorwarnliste;

Nachfolgend soll auf die Arten näher eingegangen sowie auf Besonderheiten, Gefährdungen und Entwicklungstendenzen mit Bezug zu ihren Vorkommen in der Landeshauptstadt Magdeburg hingewiesen werden.

 

Brutvorkommen des Rot- und Schwarzmilans sind vom Vorhandensein geeigneter Horstplätze und einem ausreichenden Nahrungsangebot abhängig. Als typische Art der Agrar- wie auch von Auenlandschaften besiedelt der Rotmilan in der Landeshauptstadt Magdeburg bevorzugt die abwechslungsreiche und halboffene Elbaue im östlichen Teil der Stadt. Daneben sind aber auch in den Stadtrandbereichen im Übergang zur Feldflur der Magdeburger Börde regelmäßig Vorkommen der Art zu finden. Für das Stadtgebiet wird von 15-20 Revieren des Rotmilans ausgegangen.

Im Gegensatz zum Rotmilan besiedelt der Schwarzmilan bevorzugt gewässerreichere Gebiete. Dies spiegelt sich sehr deutlich in der Verteilung der Brutvorkommen des Schwarzmilans in Magdeburg wieder. Hier liegen alle in den vier Jahren ermittelten Reviermittelpunkte in einem engeren Bezug zur Elbaue mit ihren unterschiedlichen Gewässerstrukturen. Für die Landeshauptstadt Magdeburg wird aufgrund der vorliegenden Daten von 10-14 Revieren des Schwarzmilans ausgegangen.

(Foto Rotmilan und Karte Schwarzmilan)

 

Als großer Greifvogel ist der Seeadler im Nordosten Magdeburgs regelmäßig zu beobachten. Diese größte heimische Adlerart hat sehr große Aktionsräume, die sich meist im Bezug zu  Gewässern befinden. Nördlich von Magdeburg gibt es ein Seeadlerrevier, das große Teile Magdeburgs einschließt und dessen im Jahr 2009 genutzter Horst innerhalb des Stadtgebiets lag.

Gelegentlich kann auch der Fischadler (Pandion haliaetus) in Magdeburg beobachtet werden. Brutplätze und Reviere dieser Art liegen jedoch deutlich außerhalb Magdeburgs.

 

Die direkt über der Wasserfläche oder dem Boden brütende Rohrweihe nutzt als Brutplatz vorwiegend Röhrichte und seltener landwirtschaftliche Flächen. In der Umgebung müssen offene Nahrungsflächen vorhanden sein. Auch diese Art hat innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg einen Vorkommensschwerpunkt in der Elbaue.

 

Aufgrund der Nestanlage direkt über der Wasseroberfläche sind Brutansiedlungen und der spätere Bruterfolg sehr stark vom jährlichen unterschiedlichen schwankenden Hochwassergang in den von der Elbe beeinflussten Gebieten abhängig. Neben der Elbaue wird in Magdeburg durch die Rohrweihe auch der Gewässerkomplex aus Barleber und Neustädter Seen wie der Schrotestau in Magdeburg-Diesdorf regelmäßig zur Brut genutzt. Für das Stadtgebiet werden 8-12 Reviere der Art angenommen.

 

Neben den vorgenannten Greifvogelarten liegt für das Jahr 2010 die Beobachtung eines jungen Wanderfalken (Falco peregrinus) im Bereich Sudenburg, Stadtfeld und Stadtmitte vor (pers. Mitt. Brackhahn). Aufgrund von gelegentlichen Beobachtungen zur Brutzeit und regelmäßigen Winterbeobachtungen im Umfeld des Magdeburger Doms ist ein Revier des Wanderfalken in Magdeburg nicht auszuschließen.

 

Brutplätze des Weißstorches befinden sich vorwiegend innerhalb oder am Rand von dörflich geprägten Ortschaften. Als Hauptnahrungsflächen werden Gewässerrand- und Grünlandbereiche sowie Brachen im Umfeld des Horstes genutzt. In Magdeburg bestehen noch drei Reviere, die vom Weißstorch genutzt werden (Fischer & Dornbusch 2010). Der wohl markanteste seit Anfang der 1990er Jahre regelmäßig genutzte Horst befindet sich gut sichtbar am Ortseingang von Magdeburg-Pechau. Für den Weißstorch sind in den letzten 20 Jahren ein kontinuierlicher Rückgang und die Aufgabe verschiedener ehemals genutzter Horststandorte zu konstatieren. Exemplarisch soll das ehemalige Vorkommen in Magdeburg-Prester genannt werden. Neben der Verschlechterung des Landschaftswasserhaushalts sind als Gründe für den Rückgang die Umstrukturierung der Fruchtfolge in der Landwirtschaft, die zunehmende Flächenversiegelung und die ungenügende Funktionsfähigkeit von landschaftlichen Strukturelementen als Reproduktionsbiotop für Beutetiere aufzuführen.

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist in Magdeburg kein Brutvogel, kann aber gelegentlich auf dem Zug in der Elbaue, die als Rasthabitat während der Zugzeit auch für viele andere Arten eine hohe Bedeutung aufweist, beobachtet werden.                                              (Foto Weißstorchhorst Pechau)

 

Eine hohe Bedeutung für Waldvogelarten wie Schwarz- und Mittelspecht haben die auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg vorhandenen laubholzdominierten Wald- und Gehölzbestände.

Der Schwarzspecht ist in besonderem Maße vom Vorhandensein stärkerer Althölzer zur Anlage der Bruthöhle abhängig. Neben geschlossenen Gehölzbeständen werden auch Baumreihen und lockere ältere Gehölze zur Anlage der Nisthöhle genutzt. Die Mehrzahl der im Rahmen der durchgeführten Erfassungen ermittelten Reviere liegt innerhalb der Elbaue. Daneben werden aber auch weitere Standorte am Stadtrand von Magdeburg besiedelt. So sind Vorkommen aus dem Umfeld von Barleber und Neustädter Seen sowie den Sohlener Bergen und dem Frohser Berg bekannt. Es wird von 14 bis 18 Revieren innerhalb Magdeburgs ausgegangen.

Als Leitart der Auenwälder (Flade 1994) hat der Mittelspecht zwei flächige Vorkommensschwerpunkte innerhalb Magdeburgs. Zum Einen ist der Biederitzer Busch mit den angrenzenden Flächen von Wiesen- und Herrenkrugpark zu nennen. In diesem im funktionalen Zusammenhang stehenden Biotopkomplex bestehen 30-35 Reviere der Art.. Zum Anderen bildet der Komplex aus Kreuzhorst, Pechauer Busch und Stiftsforst im Zusammenhang mit den im Landkreis Jerichower Land liegenden Waldflächen nördlich von Elbenau ein zusammenhängendes Vorkommensgebiet. Hier bestehen auf der Fläche Magdeburgs ca. 50 Reviere. Neben diesen beiden größeren Vorkommen werden der Rotehornpark und kleinere Gehölze in seinem Umfeld vom Mittelspecht besiedelt. Insgesamt ist für Magdeburg von 90 bis 100 Mittelspechtrevieren auszugehen. Diese hohe Anzahl verdeutlicht die Bedeutung der im Stadtgebiet Magdeburgs vielfältig strukturierten Elbaue mit einem hohen Anteil älterer Laubholzbestände.       (Karte Mittelspecht – https://www.netzwerkstadtnatur.de/forumgarten-magdeburg/wp-content/uploads/2013/05/Vortrag_Msp.pdf)

Neben den beiden häufigeren wertgebenden Spechtarten ist auch der Grauspecht als zumindest sporadisch vorkommende Art zu erwähnen. Im Jahr 2010 gelang der Nachweis eines Exemplars im nördlichen Teil des Biederitzer Busches mit dem angrenzenden Wiesenpark (pers. Mitt. H. Stein).


Mit Bezug auf die Vorkommen von Spechten ist auf Gefährdungen durch Holzeinschlag bis weit in die Brutzeit hinein und die Entnahme von Höhlenbäumen hinzuweisen. So wurde im Stiftsforst im Südosten Magdeburgs ein noch im Jahr 2008 vom Schwarzspecht zur Brut genutzter Höhlenbaum aus einem im Jahr 2010 sonst noch geschlossenen Bestand entnommen.

 

Mit dem Waldwasserläufer wurde im Jahr 2008 eine in feuchten Wäldern vorkommende Watvogelart (Limikole) im Stiftsforst im Südosten Magdeburgs festgestellt (pers. Mitt. S. Fischer). Auch in anderen Waldflächen innerhalb der Elbaue Magdeburgs bestehen vergleichbare Biotopstrukturen, so dass ein gelegentliches Vorkommen der Art auch in anderen Waldbereichen möglich ist.

 

Als vornehmlich in Röhrichten und Weidendickichten siedelnde Arten bestehen in der Landeshauptstadt Magdeburg Brutvorkommen von Rohr- und Zwergdommel, Blaukehlchen sowie Drossel- und Schilfrohrsänger.

Die Rohr- und die Zwergdommel sind aus der Elbaue (Alte Elbe Zuwachs und Umflutkanal) sowie aus dem Gewässerkomplex Barleber und Neustädter Seen bekannt. Sehr selten gelingen auch Nachweise an anderen Gewässern. Bei beiden Arten handelt es sich meist um Einzelvorkommen, die nicht in jedem Jahr bestätigt werden können. In günstigen Jahren können aber auch 2-3 Reviere einer oder beider Arten ermittelt werden.             

 

Alte Elbe Zuwachs 2

Alte Elbe Zuwachs 2

Als in Bezug auf ihr Aussehen sehr auffällige Vogelart konnte im Jahr 2010 das sich in Sachsen-Anhalt in der Ausbreitung befindliche Blaukehlchen im Stadtgebiet nachgewiesen werden. Im Rahmen der Kartierung im FFH-Gebiet Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg wurde ein Revier an der Alten Elbe südlich der Kreuzhorst festgestellt (Schäfer & Pschorn i. Vorb.). Aufgrund vieler als Habitat für das Blaukehlchen geeignet erscheinender Röhrichte und Weidengebüsche in nassen bis feuchten Geländeabschnitten wie auch bekannter Vorkommen nördlich von Magdeburg erscheint eine weitere Einwanderung der Art in das Gebiet möglich. (Foto Blaukehlchen)

 

Der Drosselrohrsäger ist an Röhrichtbestände mit unterstehendem Wasser gebunden, so dass er vornehmlich an den wasserseitigen Röhrichtkanten anzutreffen ist. In den letzten Jahren gab es in vielen Gebieten deutliche Bestandszunahmen. Dies dokumentiert sich auch im festgestellten Vorkommen des Drosselrohrsängers in Magdeburg. Für die Fläche der Stadt ist von 80-100 Revieren des Drosselrohrsängers auszugehen. Schwerpunkte seines Vorkommens sind die Seen im Norden Magdeburgs, die verschiedenen alten mit Schilf bestandenen Elbläufe sowie der Umflutkanal. Die räumliche Verteilung der Vorkommen dieser Art an vom Hochwassergang der Elbe abhängigen Gewässern kann sich in einzelnen Jahren sehr unterschiedlich darstellen. So wurden z.B. im südlichen Teil des Prester Sees im Jahr 2008 drei Reviere und im Jahr 2010 hingegen kein Revier ermittelt.

Der Schilfrohrsänger besiedelt im Gegensatz zum Teich- und Drosselrohrsänger bevorzugt die landseitigen Röhrichtzonen der Gewässer sowie die Übergangsbereiche zwischen Röhricht und daran angrenzenden feuchten Wiesen und Verlandungszonen. Als Besiedler der genannten Biotopstrukturen

bietet die Überflutungsaue der Elbe mit ihren häufig schnell wechselnden Wasserständen eher ungünstige Habitatbedingungen für den Schilfrohrsänger. Daneben fehlen an den im Stadtgebiet vorherrschenden Gewässern häufig die landseitigen flachen Verlandungsbereiche der Gewässer. Auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg sind mit 5-10 festgestellten Revieren nur wenige Vorkommen bekannt.

 

Im Gegensatz zu den Arten der Röhrichtzonen besiedeln Flussuferläufer, Flussregenpfeifer, Austernfischer und Eisvogel die offenen Gewässerabschnitte und den Strombereich der Elbe. Besonders der Flussuferläufer ist eine Art der einer natürlichen Dynamik unterliegenden größeren Fließgewässer. Der während der Brutzeit genutzte Lebensraum sind ausgedehnte Kies- und Sandbänke im Strombereich der Elbe. Durch den Verbau von Ufern sowie der Regulierung von Flüssen und der damit verbundenen Seltenheit der durch den Flussuferläufer besiedelten Habitate, ist die Art in ganz Deutschland inzwischen ein seltener Brutvogel. Mit der Einstufung in die Kategorie 1 der Roten Liste der Brutvögel weist die Art auch in Sachsen-Anhalt einen hohen Gefährdungsgrad auf.

Für Magdeburg sind die Sand- und Kiesbänke im Bereich der Alten Elbe zwischen Rotehorn- und Werderspitze als herausragender Lebensraum zu benennen. So wurden in diesem Flussabschnitt im Jahr 2008 wie auch im Jahr 2010 jeweils zwei Reviere des Flussuferläufers ermittelt. 

Alte_Elbe_Zuwachs_1_B_Schaefer


Vergleichbare Lebensräume besiedelt auch der Flussregenpfeifer. Jedoch nutzt diese Art auch regelmäßig Nassstellen auf landwirtschaftlichen Flächen oder vegetationsarme Flächen in Industrie- und Gewerbegebieten. Neben verschiedenen Einzelvorkommen im gesamten Stadtgebiet ist die Alte Elbe zwischen Rotehorn- und Werderspitze aber auch für diese Art ein Vorkommensschwerpunkt. Im Jahr 2008 wurden in dem Gewässerabschnitt zehn Reviere des Flussregenpfeifers erfasst.

Für die bei Niedrigwasser leicht zugänglichen Sand- und Kiesbänke im südlichen Teil der Alten Elbe zwischen Rotehornspitze und Anna-Ebert-Brücke sind Gefährdungen durch die Anwesenheit von Anglern, Spaziergängern und durch frei laufende Hunde zu konstatieren.   (eventuell Foto der Art)

 

Als weitere Limikole des Elbeumfelds innerhalb des Stadtgebietes ist der auffällig schwarzweiß gefiederte Austernfischer zu nennen. Bruten dieser sich derzeit in der Elbaue in Ausbreitung befindlichen Art können im Bereich von Uferstrukturen aber auch auf offenen Ackerstandorten beobachtet werden. Fürdie Alte Elbe im Stadtgebiet von Magdeburg ist bereits eine Brut aus dem Jahr 1997 belegt (pers. Mitt. Schüler).

 

Vorkommen des Eisvogels befinden sich an kleinfischreichen Still- und Fließgewässern. Sie sollten eine gute Sichttiefe und ausreichend Kleinfische (Nahrungsgrundlage) aufweisen. Daneben ist das Vorhandensein von Steilwänden, Abbruchkanten oder Wurzeltellern umgestürzter Bäume als Standort für seine Nisthöhlen notwendig. Durch die eingeschränkte Erreichbarkeit seiner Nahrung während länger anhaltender Frostperioden schwankt die Anzahl seiner Reviere häufig sehr stark, so dass auf eine Angabe verzichtet wird. Schwerpunkte seines Vorkommens sind die Seen im Norden der Stadt, die alten Läufe der Elbe und der Umflutkanal. Gelegentlich kann man den Eisvogel aber auch an den kleinen Fließgewässern Schrote, Sülze, Klinke und Künette beobachten. Als Besonderheit ist die Anlage von Brutröhren knapp über der oberen Steinlage im Wall der Stadtmauer an der Künette im Stadtzentrum zu nennen (pers. Mitt. Brackhahn).

 

Mit Bezug auf vornehmlich an Gewässern vorkommende Arten ist eine seit 2008 auf dem Greifenwerder westlich von Magdeburg-Randau bestehende gemischte Kolonie von Graureiher und Kormoran zu bennennen. Für den Graureiher wurden im Jahr 2010 32 Horste gezählt. Daneben waren mindesten fünf Nester vom Kormoran besetzt.                                       (Foto der Kolonie)

 

Für die Grünlandbereiche in der Elbaue innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg mit den besonders auf dem Greifenwerder westlich von Randau vorhanden Flutrinnen sind Wachtelkönig, Knäkente und Kiebitz als heute nur noch gelegentlich vorkommende Wiesenbrüter zu nennen. Vorkommen von Revieren und der mögliche Bruterfolg dieser drei Arten hängen ebenfalls sehr stark vom Wassergang der Elbe ab. Bei diesen Arten sind hohe Wasser- und Grundwasserstände, die die landwirtschaftliche Nutzung zeitweise einschränken, förderlich.

Dabei nutzen Knäkente und Kiebitz eher die feuchten bis sehr feuchten Geländeabschnitte im direkten Umfeld von möglichst lange Wasser führenden Flutrinnen. So befand sich im Jahr 2010 ein Schwerpunkt des Vorkommens beider Arten im Umfeld einer bis in den Mai mit Wasser gefüllten Flutrinne auf dem südlichen Greifenwerder. Neben Brutversuchen in Grünlandbereichen brütet der Kiebitz inzwischen auch häufig auf ackerbaulich genutzten Flächen. Regelmäßige Vorkommen im Stadtgebiet sind von Ackerflächen auf dem Greifenwerder, südlich Magdeburg-Prester und südöstlich von Magdeburg-Puppendorf bekannt. Für das Stadtgebiet sind in günstigen Jahren bei der Knäkente bis zu drei Reviere und beim Kiebitz bis zu zehn Reviere möglich. In trockenen Jahren können die Vorkommen beider Arten jedoch auch gegen Null tendieren.

Die spezifischen Ansprüche des Wachtelkönigs an seinen Lebensraum stehen häufig im Widerspruch zu den Anforderungen der vorgenannten im zeitigen Frühjahr nistenden Wiesenbrüter. Der Wachtelkönig nutzt eher etwas trockenere Grünland- und Ruderalbereiche und erscheint regelmäßig erst ab Mitte Mai in den zur Brut genutzten Gebieten. Der Wachtelkönig ist besonders durch die frühe und häufige Mahd von Grünlandflächen gefährdet. Im Jahr 2008 gelang in enger Abstimmung der Unteren Naturschutzbehörde und dem Bewirtschafter einer Grünlandfläche bei Magdeburg-Prester die Einrichtung einer Nestschutzzone um zwei vorhandene Rufreviere.


In Magdeburg sind Vorkommen vom nördlichen Greifenwerder, dem Umfeld der Prester Seen und dem Weidenwerder bekannt. Damit zeigt die Art im Stadtgebiet eine sehr hohe Präferenz für elbnahe Flächen. Mit sieben Revieren innerhalb des Stadtgebiets war das Jahr 2010 in Bezug auf Magdeburg ein gutes Jahr für den Wachtelkönig.                                                                    (Foto Wachtelkönig?)

 

Die für die reich strukturierte Elbaue charakteristischen Arten Neuntöter und Sperbergrasmücke wurden bei den verschiedenen Erfassungsarbeiten mit erfreulich hohen Bestandszahlen ermittelt. Die beiden Arten benötigen einen möglichst kleinteiligen Wechsel von unterschiedlichen meist kleineren Gehölzstrukturen. Vom Neuntöter werden halboffene bis offene Flächen mit zumindest abschnittsweise gut strukturierten Bereichen besiedelt.                                                        (Foto Neuntöter)

Für das Vorkommen des Gebüschbrüters ist das Vorhandensein von verwilderten, lockeren Gebüschstrukturen mit überstehenden Ansitzwarten und ausgeprägten, langen Grenzlinien erforderlich. Die genutzten Reviere erstrecken sich häufig linear entlang von Hecken und Gehölzen.

Die Sperbergrasmücke besiedelt vergleichbare Habitate wie der Neuntöter. Für das Vorkommen dieser Art spielt besonders die Verzahnung von Gehölzstrukturen mit Gras- und Staudenfluren eine wichtige Rolle.

Für den Neuntöter und die Sperbergrasmücke ist der Wiesenpark mit jeweils 19 Revieren im Jahr 2010 als Verbreitungsschwerpunkt innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg zu nennen. Beide Arten erreichen innerhalb dieses Biotopkomplexes (~2,6 km²) mit jeweils 7,3 Revieren/km² eine außerordentlich hohe Siedlungsdichte. Innerhalb des gesamten FFH-Gebiets Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg dessen Bestandteil der Wiesenpark ist, erreicht die Sperbergrasmücke eine Siedlungsdichte von 1,47 Reviere/km² und der Neuntöter 2,94 Reviere/km². Der Vergleich der vorgenannten Angaben zur Siedlungsdichte verdeutlicht die hohe Bedeutung des Wiesenparks für die beiden Arten auch innerhalb größerer Flächenzusammenhänge (vgl. Schäfer & Pschorn i. Vorb.).

Die Bedeutung des Wiesenparks für die beiden Arten liegt in der besonderen Struktur und Nutzung des Gebiets begründet. Der Wiesenpark liegt in der Überflutungsaue der Elbe und wird bei Hochwasser in unregelmäßigen Abständen mehr oder weniger hoch überstaut. Weiterhin unterliegt das Gebiet nach dem Wegfall der Nutzung als militärisches Übungsgebiet seit Anfang der 1990er Jahre, nur einer sehr extensiven landwirtschaftlichen Nutzung (Beweidung mit Schafen). Somit konnte sich in Teilbereichen eine gut ausgebildete von Dornengebüschen dominierte Strauchschicht entwickeln. Diese Biotopstruktur bildet das Bruthabitat und damit den Hauptbestandteil des Lebensraums von Neuntöter und Sperbergrasmücke. Die umgebenden Gras- und Staudenfluren werden als Nahrungshabitat genutzt.                                                                   (Foto? und Karte Sperbergrasmücke)

Neben dem Wiesenpark gibt es innerhalb der Landeshauptstadt Magdeburg verschiedene weitere wichtige Biotopkomplexe als Lebensraum von Neuntöter und Sperbergrasmücke. Zu nennen sind von Dornenstrauchgebüschen dominierte Flächen am Barleber See II, im Gewerbegebiet Rothensee, im Umfeld von Salbker und Prester Seen, im Umflutkanal, auf dem Greifenwerder, auf dem Frohser Berg, an den Sohlener Bergen und im Bereich aufgelassener Abgrabungen westlich von Magdeburg-Diesdorf. Der Neuntöter ist weiterhin an Hecken in der Feldflur innerhalb des Stadtgebiets von Magdeburg regelmäßig anzutreffen.

 

Als typische Hühnervogelart der Feldflur bspw. der Magdeburg umgebenden Bördelandschaft kommt das Rebhuhn noch punktuell innerhalb des Stadtgebietes vor. Bekannte Vorkommen bestehen im Umfeld der Hängelsberge und im Norden Magdeburgs zwischen Alt Olvenstedt und Magdeburg-Rothensee. In beiden Vorkommensgebieten werden neben landwirtschaftlichen Flächen, noch vorhandene Saumstrukturen an Wegen und brach liegende oder wenig genutzte Industrie- und Gewerbeflächen besiedelt. Trotz des noch vorhandenen Bestandes wird die Größe des Vorkommens als abnehmend eingeschätzt. Neben der sehr intensiven landwirtschaftlichen Flächennutzung wird der voranschreitende Ausbau von Feldwegen als zusätzliche Beeinträchtigung des Lebensraums gesehen.

Wie das Rebhuhn kommt auch das Braunkehlchen entlang von Saumstrukturen an Wegen und anderen linearen Elementen oder auf lückigen Brachflächen mit überständigen Pflanzenstängeln vor. Das Vorkommen dieser Art im Stadtgebiet ist im Vergleich mit Erfassungen von vor 10 bis 15 Jahre deutlich rückläufig.                                                              (Fotos Rebhuhn und Braunkehlchen)


Selten mit Brutrevieren im Stadtgebiet vertreten sind Heidelerche, Brachpieper und Ortolan als naturschutzfachlich wertgebende Arten. Für die Heidelerche sind im Rahmen der durchgeführten Erfassungen jeweils Einzelreviere im Hafengebiet und im Umfeld der Randauer Düne bekannt geworden. Die festgestellten Reviere von Brachpieper (pers. Mitt. Brackhahn) und Ortolan werden für das Stadtgebiet aufgrund der spezifischen Ansprüche der beiden Arten als Ausnahme eingeordnet.

 

Mit Bezug auf die in den verschiedenen Parkanlagen der Landeshauptstadt Magdeburg im Jahr 2010 durchgeführten Erfassungsarbeiten wird neben den Vorkommen einzelner schon genannter Arten auf weitere bemerkenswerte Brutvögel in Magdeburg hingewiesen.

Für Wendehals, Gartenrotschwanz und Grauschnäpper ist auf die erfreulich hohe Anzahl der in den 26 bearbeiteten Parkanlagen bestehen Vorkommen hinzuweisen. Der Wendehals wurde in sechs zum Teil recht kleinflächigen Anlagen nachgewiesen. Für diese Art sind die Parkanlagen mit ihrem Gehölzbestand oft Standort der Bruthöhle. Ebenso nutzt der Wendehals die oft kurzgrasigen Rasenflächen der Parks zur Nahrungssuche am Boden. Neben den Grün-, Park- und Gartenanlagen vornehmlich am Stadtrand Magdeburgs hat auch die Elbaue mit ihren abwechselnden auentypischen Strukturen eine Bedeutung für den Wendehals.                                                        (eventuell Foto Wendehals)

 

Als Charakterart von Grünanlagen wurde der markant gefiederte Gartenrotschwanz in 15 Parkanlagen mit insgesamt 27 Revieren beobachtet. Der unscheinbare Grauschnäpper wurde in acht Parkanlagen mit 12 Revieren festgestellt. Neben den Parkanlagen mit dem häufig vorhandenen Wechseln aus mit Gehölzen bestandenen und offenen Grünflächen sind beide Vogelarten auch in gut strukturierten und aufgelockerten Stadtrandbereichen anzutreffen.

Eine bemerkenswerte Besonderheit ist das innerstädtische Vorkommen der Gebirgsstelze in alten Festungsanlagen innerhalb der Glacisanlagen zwischen Hauptbahnhof und Magdeburger Ring. Die Gebirgsstelze als vornehmlich an Fließgewässern vorkommende Art nutzt hier in den Festungsanlagen vorhandene Nischen als Brutplatz sowie das Umfeld des grabenartigen Laufs der Künette als Nahrungsflächen. Im Hinblick auf Sanierungsarbeiten an der Stadtmauer bestehen Gefährdungen durch den möglichen Verlust von Brutplätzen von in Höhlen und Nischen brütenden Vögeln.

 

Die meisten bisher beschriebenen Vogelarten sind in gut strukturierten und oft sehr naturnahen Biotopkomplexen zu beobachten. Daneben besiedelt eine Anzahl an Arten aber auch auf den ersten Blick für Vögel und andere Tierarten ungeeignet erscheinende Bereiche.

So nutzt der seit 1990 jährlich in Sachsen-Anhalt vorkommende Bienenfresser (Schulze & Ortlieb fast ausschließlich in Betrieb befindliche und aufgelassene Bodenabbaustellen als Brutplatz. Mit etwas Glück ist er inzwischen auch in Magdeburg zu beobachten. Seit einigen Jahren bestehen einzelne Brutansiedlungen in Abbaustellen am Stadtrand.

Vorkommen von Steinschmätzer und Haubenlerche befinden sich überwiegend auf großflächigen noch unbebauten oder wenig genutzten und fast vegetationsfreien Offenflächen innerhalb von Industrie- und Gewerbegebieten. Weiterhin werden Brachflächen oder große Parkplätze besiedelt. Als Schwerpunkt des Vorkommens beider Arten ist für Magdeburg das Gewerbegebiet Rothensee mit den Hafenanlagen im Norden der Stadt zu nennen. Daneben sind Einzelvorkommen, besonders der Haubenlerche punktuell noch in den Neubaugebieten zu finden. Beim Vorhandensein von Nischen, wie sie z.B. häufig in Lesesteinhaufen oder Materialablagerungen zu finden sind, besiedelt der Steinschmätzer auch offene landwirtschaftlich genutzte Flächen am Stadtrand. Beide Arten werden inzwischen aufgrund deutlicher Rückgänge ihrer Bestände in der Roten Liste der Brutvögel der Bundesrepublik Deutschland in der Gefährdungskategorie 1 geführt. Somit gelten die beiden Arten in Deutschland als vom Aussterben bedroht.                                  (Fotos Steinschmätzer und Haubenlerche)

 

Abschließend wird auf die Nilgans, als erst in jüngerer Zeit in Magdeburg als Brutvogel zu beobachtender Art, eingegangen. Derzeit breitet sich dieser ursprünglich aus Afrika stammende Entenvogel in Europa aus. Die in Deutschland auftretenden Exemplare gehen auf verwilderte Tiere aus Gefangenschaftshaltungen zurück (Südbeck et al. 2005). Mindestens seit dem Jahr 2008 sind erfolgreiche Bruten der Nilgans auch aus Magdeburg bekannt. Reviere und Brutvorkommen liegen meist in der Elbaue und im Umfeld des Umflutkanals.

 


Zusammenfassung

 

Im Rahmen der auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg durchgeführten Erfassungen in den Jahren 2007 bis 2010 wurden 129 Arten als wahrscheinliche Brutvögel (Brutnachweis und Brutverdacht) festgestellt. Mit Bezug auf die Arten im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union sowie die in der Roten Liste der Brutvögel Sachsen-Anhalts (Dornbusch et al. 2004) oder der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands (Südbeck et al. 2008) ergibt sich die nachfolgende Übersicht:

 

Tabelle 2:            Anzahl der in Magdeburg nachgewiesenen (2007-2010)                                                                                     geschützten und/oder gefährdeten Vogelarten

 

Summe

Kategorien der Roten Listen

 

 

1

2

3

R

V

Vogelschutz-Richtlinie der EU

18

– 

– 

– 

– 

– 

Rote Liste Sachsen-Anhalt

26

1

8

6

3

7

Rote Liste Deutschland

19

4

8

3

0

4

Kat. der Roten Listen: 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet;

R = extrem selten, Art mit geographischer Restriktion; V = Art der Vorwarnliste

 

Die Auflistung der geschützten und/oder gefährdeten zumindest in verschiedenen Jahren in Magdeburg vorkommenden Arten sowie das breite Spektrum der von den einzelnen Arten besiedelten Lebensräume verdeutlicht den hohen naturschutzfachlichen Wert der verschiedenen Lebensraumkomplexe im Stadtgebiet. Einen besonders hohen Stellenwert hat dabei die Elbe mit der angrenzenden teils sehr gut ausgeprägten Auenlandschaft. Neben den naturnahen Auenwaldkomplexen Kreuzhorst und Biederitzer Busch ist besonders auf die sehr naturnahe Ausprägung der Stadtstrecke der Alten Elbe zwischen Rotehorn- und Werderspitze sowie den Wiesenpark mit dem im nördlichen Teil bestehenden Hudewaldkomplex hinzuweisen.

Wiesenpark

Wiesenpark

                                                                                 


Literatur

 

Anonymus: Richtlinie 92/43/EWG des Rates v. 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr.L206/7 v. 22.7.92)

 

Brackhahn, F. (2010): Persönliche Mitteilung zu avifaunistischen Beobachtungsdaten aus dem Untersuchungsraum.

 

Dornbusch, G., K. Gedeon, K. George, R. Gnielka & B. Nicolai (2004): Rote Liste der Vögel (Aves) des Landes Sachsen-Anhalt (2. Fassung, Stand Februar 2004). – Ber. Landesamt Umweltsch. Sachsen-Anhalt 39: 138-143.

 

Flade (1994): Die Brutvogelgemeinschaften Mittel- und Norddeutschlands. Grundlagen für den Gebrauch vogelkundlicher Daten in der Landschaftsplanung. IHW-Verlag, Eching. 879S.

 

Fischer, S. (2009): Persönliche Mitteilung zu avifaunistischen Beobachtungsdaten aus dem Untersuchungsraum.

 

Fischer, S. & G. Dornbusch (2010): Bestandssituation ausgewählter Brutvogelarten in Sachsen-Anhalt – Jahresbericht 2009. – Ber. Landesamt Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Sonderh. 1: 5-36

 

Schäfer, B. & A. Pschorn (i. Vorb./2011): Brutvorkommen wertgebender Vogelarten im FFH-Gebiet Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg im Jahr 2010. – Ber. Landesamt Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Sonderh. x:

 

Schüler, W. (1997): Persönliche Mitteilung zu avifaunistischen Beobachtungsdaten aus dem Untersuchungsraum.

 

Schulze, M. & R. Ortlieb (2010): Bestand, Schutz und Gefährdung des Bienenfressers (Merops apiaster) in Sachsen-Anhalt. – Naturschutz im  Land Sachsen-Anhalt, 47 (1/2): 3-15.

 

Stein, H. (2010): Persönliche Mitteilung zu avifaunistischen Beobachtungsdaten aus dem Untersuchungsraum.

 

Südbeck, P., G. Andretzke, S. Fischer, K. Gedeon, T. Schikore, K. Schröder & C. Sudfeldt (2005): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. 792 S.

 

Südbeck, P., H.-G. Bauer, M.. Boschert, P. Boye, & W. Kniff (2008): Rote Liste der Brutvögel Deutschlands, 4. Fassung, 30. November 2007. – Berichte zum Vogelschutz, 44: 23-81.

1863-2013: das aufgeschobene Jubiläum

– die Gründung der städtischen Gartenverwaltung Magdeburg vor 150 Jahren.

Schaffung und Pflege öffentlichen Grüns zählen seit der Etablierung moderner Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden zu deren Aufgaben. Einige Kommunen stellten dafür bereits im 18. Jahrhundert Gärtner an, andere partizipierten als Residenzstädte von dem Hofgärtner-Stab des ortsansässigen Fürsten. In Magdeburg übertrug die preußische Regierung im Jahr 1808 die Verantwortung für den Erhalt der Baumpflanzungen auf dem Domplatz und auf dem Fürstenwall an die Stadt. Mehrfach wechselten die Gärtner, welche zum vertraglich vereinbarten Festpreis die Bäume zu pflegen hatten, bis ab 1816 ein erster Gärtner dauerhaft in städtischen Dienst genommen wurde. Dieser war hauptsächlich für den Herrenkrug verantwortlich und stand unter Aufsicht einer speziellen Kommission sowie der Bauverwaltung. In der Folgezeit wurden auch für den Klosterbergegarten und den Vogelgesang Gärtner angestellt.

Eine wesentliche Änderung trat mit der Einstellung des Garteninspektors Paul Niemeyer ab 1863 ein. Die Oberaufsicht über alle damaligen öffentlichen Anlagen sowie den landwirtschaftlichen Grundbesitz wurde seitdem einem von der Bauverwaltung unabhängigen Fachmann übertragen. Die damit etablierte Magdeburger Garteninspektion (ab 1879 Gartendirektion) gehörte zu den frühesten selbstständigen Gartenverwaltungen deutscher Kommunen. Unter dem Nachfolger Niemeyers, Gartendirektor Gottlieb Schoch, wurden nach 1890 die Verwaltungsstruktur schrittweise ausdifferenziert und die fachlichen Leistungsstandards auf vorbildgebendes Niveau gehoben. Bis zum II. Weltkrieg ist die Magdeburger Gartenverwaltung Station im Ausbildungs- bzw. Berufsweg etlicher Gartenkünstler/-architekten gewesen, welche später an anderen Orten selbst in leitenden Positionen tätig waren oder die akademische Ausbildung in der Landschaftsarchitektur nach 1945 mitbestimmten.

Das Denkmal für den ersten Magdeburger Gartendirektor, Paul Niemeyer, im Stadtpark Rotehorn (Foto: mk).

Das Denkmal für den ersten Magdeburger Gartendirektor, Paul Niemeyer, im Stadtpark Rotehorn (Foto: mk).

Letztlich führten der II. Weltkrieg und Ereignisse der unmittelbaren Nachkriegsjahre zum weitgehenden Bruch mit dieser Tradition. Doch bis in die 1970er Jahre waren Personalstruktur und Sachkompetenzen erneut so entwickelt worden, dass (trotz einschränkender Rahmenbedingungen in der DDR) anspruchsvolle Freiraumprojekte realisiert werden konnten, welche auch überregional bzw. sogar international Beachtung fanden (Promenade der Völkerfreundschaft, Wohnkomplex Neu-Olvenstedt). Dieser Aufschwung fand schließlich auch administrativ Ausdruck in der Bildung des Magdeburger Grünflächenamtes. Doch diese (erneut eigenständige) Institution war nur von kurzer Dauer: in einem mehrstufigen Reduzierungsprozess wurden die Friedhofsverwaltung und der zwischenzeitlich gebildete Magdeburger Stadtgartenbetrieb schließlich zum städtischen Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg zusammengeführt. Verglichen mit der früheren Gartendirektion bekam dieser Eigenbetrieb einen deutlich verringerten Kompetenzbereich zugewiesen, einzelne Aufgabenfelder sollen durch verschiedene andere Fachbereiche der Stadtverwaltung wahrgenommen werden.

Diese Umstände sind den Ideen natürlich wenig förderlich gewesen, das nun im Jahr 2013 anstehende Jubiläum zu würdigen. Alle, seit längerem erarbeiteten Vorschläge scheiterten am allgegenwärtigen Mangel an Geld, auch lassen die jüngeren Entwicklungen wenig “Feierlaune” aufkommen. Doch ist dem auch eine positive Seite abzugewinnen: längst sind nicht alle Perioden der Magdeburger Stadtgrün-Geschichte fundiert aufgearbeitet und auch die vergleichende Forschung im nationalen Maßstab hat noch einiges zu tun. Um eine große Sache nicht bloß “halbwissend” feiern zu müssen, vertagen wir also – bis zum nächsten Jahrestag.

Mehr zum öffentlichen Grün und gartenhistorischen Erbe der Elbestadt finden Sie unter Gartenkunst in Magdeburg.